Lübeck-Lauenburg

Der Frieden bekommt Flügel: Eine hölzerne Taube geht auf Reisen

Lübeck. Zwölf Kirchengemeinden, zahlreiche Veranstaltungen und eine Friedenstaube, die von Ort zu Ort reist: Vom 7. bis 18. November 2026 lädt der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg zur Ökumenischen Friedensdekade ein. Unter dem Motto „Selig sind, die Frieden stiften“ stehen Gottesdienste, Friedensgebete und Gespräche auf dem Programm. Ein besonderes Symbol wird die Veranstaltungen begleiten: eine rund einen Meter große Friedenstaube aus Holz. Gebaut hat sie Diakon Lars Sörensen. Und der hatte bei der Herstellung durchaus mit Herausforderungen zu kämpfen.

Lars Sörensen baute das Friedenssymbol

Zweimal ist ihm der Ölzweig abgebrochen. Ausgerechnet der Ölzweig, den die Friedenstaube im Schnabel trägt. „Das Design der Taube auf Holz zu übertragen, war eine gewisse Herausforderung“, erzählt Sörensen. Vor allem die filigranen Teile hätten ihm einiges an Geduld abverlangt. Am Ende hat es funktioniert.

Entstanden ist die Holztaube in einer Freistunde in der Werkhalle der Landesberufsschule für Dachdecker in Lübeck-Blankensee. Dort ist Sörensen heute tätig. Der Diakon, der zuvor 27 Jahre in der kirchlichen Jugendarbeit gearbeitet hat, kommt an der Berufsschule mit jungen Menschen über Fragen des Glaubens und des Lebens ins Gespräch.

Mit Säge, Holz und ganz viel Geduld

Dass Sörensen gern mit Holz arbeitet, kam den Organisatoren der Friedensdekade zugute. Die Vorlage für die Taube stammt von Julia Prehn, Grafikerin in der Medienabteilung des Kirchenkreises. Sie hat das Motiv entworfen, das sich auf Plakaten und Flyern zur Friedensdekade wiederfindet. Und nicht nur dort: „Es wird bei den Veranstaltungen auch Postkarten geben, auf die Besuchende persönliche Friedensbotschaften schreiben und versenden können“, sagt Anne Freudenberg-Klopp, Leiterin der Dienste und Werke des Kirchenkreises. Die Idee dahinter: Der Wunsch nach Frieden soll nicht an der Kirchentür enden, sondern weitergetragen werden.

Über Krieg und Frieden ins Gespräch kommen

Für Lars Sörensen passt die Aktion zu seiner täglichen Arbeit. An der Landesberufsschule sucht er bewusst den Dialog mit den jungen Menschen. Dabei geht es nicht allein um Religion im engeren Sinne, sondern auch um Fragen, die die Auszubildenden beschäftigen und die Gesellschaft bewegen. Krieg und Frieden sind solche Themen. Ebenso die Frage, wie Menschen miteinander umgehen und welche Verantwortung sie für die Bewahrung der Schöpfung tragen. Sörensen versteht seine Aufgabe vor allem darin, zuzuhören, unterschiedliche Sichtweisen kennenzulernen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Seine selbst gebaute Friedenstaube wird während der Friedensdekade nun selbst zu einer Art Botschafterin. Sie wird an verschiedenen Orten Station machen und Menschen begegnen, die sich mit der Frage beschäftigen, was Frieden heute bedeutet. Und der filigrane Ölzweig? Der sitzt inzwischen fest im Schnabel. Die Friedenstaube ist bereit für ihre Reise.