Herzogtum Lauenburg

„Wir sind nicht still“: Büchen setzt ein Zeichen für Demokratie

Büchen. Demonstrieren statt Schweigen: Am Reformationstag, 31. Oktober 2026, will Büchen ein Zeichen für Demokratie, Vielfalt und Menschenwürde gesetzt. Unter dem Motto „Nie wieder ist jetzt“ laden die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Büchen-Pötrau und das Bürger Bündnis Amt Büchen für Demokratie und Vielfalt zur Kundgebung „Wir sind nicht still“ ein. Beginn ist um 11 Uhr auf dem Bürgerplatz. Geplant sind ein Demonstrationszug durch den Ort, Redebeiträge, Musik und zahlreiche Mitmachaktionen.

Demonstration am Reformationstag

Für Pastor Dr. Jan Jackisch ist die Beteiligung der Kirche an der Kundgebung eine Selbstverständlichkeit. „Nächstenliebe, Menschenwürde und gegenseitiger Respekt sind Fundamente unseres Glaubens und unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens“, sagt der Büchener Pastor. Er hofft, dass möglichst viele Menschen aus dem Herzogtum Lauenburg teilnehmen. „Lassen Sie uns gemeinsam ein sichtbares Zeichen dafür setzen, dass unsere Gemeinschaft von Versöhnung, Vielfalt und Nächstenliebe getragen wird – und dass Hass, Ausgrenzung und Gewalt bei uns keinen Platz haben.“

Eine Initiative mit Geschichte

Die Kundgebung hat im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg inzwischen Tradition. Erstmals fand „Wir sind nicht still“ am Reformationstag 2018 in Berkenthin statt. Initiiert hatte sie die damalige Pröpstin Frauke Eiben als öffentliche Demonstration gegen Rassismus, Hass und Hetze. Seitdem wandert die Veranstaltung durch die Region. Stationen waren unter anderem Geesthacht, Sandesneben und zuletzt Mölln. Dort übernahm das Büchener Bündnis im vergangenen Jahr symbolisch den Staffelstab für die Ausrichtung 2026.

Dass die Kundgebung ausgerechnet am Reformationstag stattfindet, ist kein Zufall: Die Veranstaltungsreihe verbindet das Erinnern an die Reformation mit der Frage, welche Verantwortung Kirche und Gesellschaft heute tragen.

“Menschenwürde kennt keine Ausnahmen”

„Menschenwürde kennt keine Ausnahmen – deshalb braucht Demokratie unsere Stimme und Kirche eine klare Haltung“, sagt Philip Graffam, Propst im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg. Für ihn gehört es zum christlichen Selbstverständnis, öffentlich Stellung zu beziehen, wenn Grundrechte und das friedliche Zusammenleben infrage gestellt werden. „Als Kirche sind wir nicht still, wenn Menschen ausgegrenzt werden: Unser Glaube verpflichtet uns, die Würde jedes Menschen zu verteidigen und für eine Demokratie einzutreten, in der alle ohne Angst verschieden sein können“, betont Graffam.

Demonstrationszug, Musik und Aktionen

In Büchen soll die Kundgebung nicht allein aus Redebeiträgen bestehen. Die Veranstaltenden setzen auf ein Programm, das Menschen unterschiedlicher Generationen zusammenbringt. Neben einem friedlichen Demonstrationszug durch den Ort sind auf dem Bürgerplatz Informationsstände und Mitmachaktionen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene geplant.

Für die musikalische Begleitung sorgen unter anderem die Lüneburger Schrotttrommler (L.S.T.) und ein Posaunenchor. Auch die „Omas gegen Rechts“ werden sich mit Beiträgen beteiligen. Hinzu kommen Reden von Persönlichkeiten aus der Region.

Kein Platz für Hass, Gewalt und Ausgrenzung

Hinter der Veranstaltung steht ein breites Bündnis aus Vereinen, Parteien, Kirchen, Gewerbetreibenden und lokalen Initiativen. Die Kundgebung richtet sich ausdrücklich nicht nur an politisch engagierte Menschen, sondern an alle, die sich für ein demokratisches und respektvolles Zusammenleben einsetzen möchten. Pastor Jan Jackisch lädt deshalb auch Familien, Freundeskreise und Nachbarschaften ein, gemeinsam nach Büchen zu kommen. Die Botschaft der Veranstaltung sei eindeutig: Hass, Gewalt und Ausgrenzung dürften keinen Platz in der Gesellschaft haben.

Die Kundgebung beginnt am Sonnabend, 31. Oktober 2026, um 11 Uhr auf dem Bürgerplatz in Büchen. Sie wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gefördert.